Mobilität
Mein Ziel ist die absolute Priorisierung des ÖPNV im Verbund des Individualverkehrs in dieser Stadt. Es kann nicht sein, dass ich an Kreuzungen stehe und dabei zusehen muss, wie alles um mich herum fährt, während ich mit meinen Fahrgästen an den Signalen lange warten muss und Verspätungen bekomme, die nicht sein müssen, da der Individualverkehr vorrangig geschaltet ist. Ich möchte den Fahrgast in der Pole-Position sehen, er soll vorne weg fahren, denn im Moment fährt er immer hinterher. Der Fahrgast verhält sich ökologisch sinnvoll, wenn er den ÖPNV benutzt und soll dann auch mit einem zügigen Vorankommen belohnt werden. Ich betrachte den ÖPNV hier in dieser Stadt als eine Daseinsvorsorge und diese muss für alle Bürger*innen bezahlbar sein. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sauberkeit und Sicherheit müssen unbedingt verbessert werden. Der Stellenwert der Priorisierung des ÖPNV muss dem des Radverkehrs angepasst werden. Beide Verkehrsteilnehmer, Rad und ÖPNV im Verbund des Individualverkehrs sind die benachteiligten Teilnehmer.
Wohnen
Die Wohnungssituation in dieser Stadt ist mehr als nur angespannt, sie ist für viele Bürger*innen eine echte Katastrophe. Wir müssen verhindern dass wir Londoner Verhältnisse bekommen und die Menschen die hier wohnen und arbeiten sich diese Stadt nicht mehr leisten können. Mir erzählen jeden Tag Bürger*innen von ihren persönlichen Wohnverhältnissen und davon, dass sie unter akutem Platzmangel leiden. Ich kann diese Sorgen mit denen die Bürger*innen an mich herantreten sehr gut nachvollziehen, da ich selber seit annähernd 20 Jahren mit meiner Frau in einer Einzimmerwohnung wohne. Wir müssen endlich gegen den hohen Leerstand vorgehen und versuchen schnell und unkompliziert temporären Wohnraum auch für Studierende schaffen. Es gibt sehr viele Bürger*innen die Jahrzehntelang in großen Wohnungen leben, doch auf Grund der veränderten familiären Verhältnisse (Auszug der Kinder) nun eigentlich an einer Verkleinerung interessiert sind. Hier müssen wir die Familien mit höherem Platzbedarf und die Mieter die ihn eigentlich gar nicht mehr haben wollen, zusammenführen. Hier sollte es natürlich Hilfen bei den technischen und auch behördlichen Vorgängen des Umzugs geben, da die älteren Bürger*innen nun nicht mehr so leicht mit den Anforderungen eines Umzuges fertig werden. Auch könnten wir in leerstehenden Bürogebäuden temporär und in Leichtbauweise verhältnismäßig kostengünstig und schnell Platz für akute Notfälle der Wohnungssuchenden bereitstellen. Die unsägliche Gentrifizierung muss ganz oben auf der Agenda stehen und sofort gestoppt werden, leider vermisse ich dieses hässliche Wort in den Diskussionsrunden. Sie treibt Menschen in die Obdachlosigkeit und ist Menschenverachtend.
Jugend und Gesellschaft
Die Jugendarbeit in dieser Stadt muss erheblich verbessert werden. Wir müssen den Jugendlichen auch an Wochenenden, Sonntagen und Feiertagen Angebote machen, wo derzeit keine oder nur erheblich eingeschränkte Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Es braucht mehr Jugendbetreuer, die sich genau an solchen Tagen um die jungen Menschen kümmern und ihnen dabei Möglichkeiten aufzeigen, ihre Freizeit vielleicht nicht auf der Straße verbringen zu müssen. Auch braucht es überall in den Jugendeinrichtungen eine Möglichkeit wo sich Schüler*innen schulischen Rat holen können, ohne hierbei in der eigenen Schule vorstellig werden zu müssen. Das können Probleme rund um die Situation in der Schule sein, als auch alle Sorgen und Nöte junger Menschen bezüglich ihres täglichen Lebens. Für solche Fragestellungen braucht es eine Vertrauensperson, die möglicherweise nicht unbedingt im schulischen Umfeld zu finde ist. Hierbei muss es sich um niedrigschwellige Angebote handeln die schnell und immer verfügbar sein müssen. Wir müssen es schaffen Jugendlichen zu erreichen, die sich vom Rest der Gesellschaft abgehängt fühlen und damit in Gefahr geraten auf ein „Abstellgleis“ abgeschoben zu werden. Es muss als gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden die jungen Menschen dort abzuholen wo sie sich gerade befinden und sie auch dazu zu gewinnen, sich in unserer Gesellschaft zu engagieren. Wir Erwachsenen sollten endlich verstehen wie wichtig es ist alle mitzunehmen und niemanden am sozialen Rand stehen zu lassen. Hierzu müssen wir endlich lernen den Jugendlichen zuzuhören und sie zu verstehen. Jede Zeit hatte ihre Sprache, also sollten wir alles daran setzen auch die Sprache der Jugendlichen zu lernen, zu verstehen und richtig zu interpretieren.